NOCON-Partner Dr. Wolfgang Nothhelfer erläutert in einem Aufsatz in der Neuen Zeitschrift für Kartellrecht die fusionskontrollrechtlichen Herausforderungen für internationale Transaktionen, die bei einem Bezug zum Vereinigten Königreich post-Brexit entstehen können. Die Besonderheiten der “UK Merger Control” konnten die meisten nicht-britischen Unternehmen bislang getrost ignorieren, da bei grenzüberschreitenden Fusionen häufig ein Zusammenschluss von gemeinschaftsweiter Bedeutung vorlag und damit eine Prüfung des Falls durch die Europäische Kommission erfolgte.

Mit dem voraussichtlichen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ist jedoch zu erwarten, dass das bisherige Verfahren des one-stop shop in Brüssel nicht mehr für den britischen Teil einer Transaktion möglich sein wird, sondern eine separate Prüfung durch die britische Competition and Markets Authority (CMA) erfolgen kann. Dabei ist zu beachten, dass sich das britische Fusionskontrollverfahren in einigen Aspekten erheblich von der kontinentaleuropäischen Vorgehensweise unterscheidet. Zu erwähnen sind etwa die Besonderheiten, dass keine Anmeldepflicht besteht, Fusionsanmeldungen bei der CMA vielmehr freiwillig sind und dass sich die Zuständigkeit anhand des recht flexiblen share of supply test, eine Art Marktanteilskriterium, ergeben kann. Mit der voraussichtlich wachsenden internationalen Bedeutung der CMA nach dem Brexit steigt auch das Informationsbedürfnis außerhalb des Vereinigten Königreichs. Daher gibt dieser Beitrag einen Überblick über wesentliche Aspekte des britischen Fusionskontrollsystems, stellt die wichtigsten Verfahrensabläufe dar und arbeitet einige Unterschiede des britischen Systems zum deutschen und europäischen System heraus. Den Aufsatz können Sie hier herunterladen.